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Senioreneinrichtungen: Brandschutzmaßnahmen können Leben retten

Es brennt. Zum Schutze von Leib und Leben muss das Gebäude schnellstmöglich evakuiert werden. Schon für junge, vitale Menschen eine Herausforderung, ist eine solche Situation für Bewohnerinnen und Bewohner einer Senioreneinrichtung erst recht schwierig, fehlt es ihnen doch oftmals an der notwendigen Mobilität. Die verlorene Zeit – und seien es nur Minuten oder gar Sekunden – kann fatale Auswirkungen haben, schlimmstenfalls den Tod involvierter Personen.

Mit rund 6.300 betreuten Senioreneinrichtungen führend in diesem Segment, verzeichnet unser Haus im Schnitt 230 Brände in diesen Häusern pro Jahr. In etwa vier Prozent der Fälle kommt es zu Personenschäden.

Laut Statistik entstehen diese Brände am häufigsten im Wohnbereich der Einrichtungen. Dort sind erwartungsgemäß auch die meisten brandbedingten Personenschäden zu beklagen. Ebenfalls schadenträchtig ist der Bereich Versorgung, also vor allem Küche, Lager oder Wäscherei. Weniger Brände treten dagegen nach unserer Erfahrung in Gemeinschaftsräumen und Fluren auf. Auch der Verwaltungsbereich sowie Untersuchungs- und Therapieräume sind seltener betroffen.

Statistik der Brandursachen

Menschliches Fehlverhalten ist die häufigste Brandursache. Meist ist Fahrlässigkeit im Spiel: etwa Rauchen im Bett, Umstoßen der Nachttischlampe, unbeaufsichtigtes Abbrennen von Kerzen, entzündbare Gegenstände in der Nähe eingeschalteter Herdplatten etc. Aber es gibt auch Fälle vorsätzlicher Brandstiftung.

Ebenfalls eine große Rolle spielen technische Defekte. Sofern die Brandursache im Nachhinein überhaupt noch ermittelt werden kann, finden wir unter den Brandherden am häufigsten Kühlschränke oder Waschmaschinen. Oft sind aber auch Fernseher, Lampen, Heiz- und Lüftungsgeräte, Mehrfachsteckdosen oder eine marode Hauselektrik für den Ausbruch eines Feuers verantwortlich. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr droht zudem von Mutter Natur in Form von direkten oder indirekten Blitzschäden.

Zahlen in Medienberichten

Oft sind valide Zahlen und Fakten zu Opfern schwer zu ermitteln. Die Medienberichterstattung ist nach unserer Erfahrung nicht immer objektiv. Vielfach liegt der Fokus auf schlagzeilenwirksamen Details wie etwa Opferzahlen, wobei ausgeklammert wird, dass womöglich nicht für jeden der genannten Todesfälle tatsächlich das Feuer oder der Rauch verantwortlich war.

Seriöse Informationen bietet der Bundesverband Technischer Brandschutz e. V. (BVFA e. V.) auf seiner Homepage. Neben einer Presseschau findet sich hier eine aktuelle, sehr umfangreiche Statistik zu Bränden in Deutschlands Senioreneinrichtungen, über die in den Medien berichtet wurde (bvfa.de/de/172/infothek/themen/soziale-einrichtungen). Sind den Veröffentlichungen Einzelheiten wie die Schadenhöhe oder Angaben zu Toten und Verletzten zu entnehmen, sind diese ebenfalls hier gelistet.

Präventionsmöglichkeiten und -pflichten

Es stellt sich die Frage, welche Präventionsmöglichkeiten es gibt. Zu denken ist hier an freiwillige Maßnahmen, die sich z. B. aus unverbindlichen technischen Empfehlungen und Richtlinien ergeben. Daneben existiert eine Vielzahl bindender gesetzlicher Regelungen (z. B. baurechtlicher Art). Bei Nichtbeachtung drohen strafrechtliche Konsequenzen oder Kürzungen beim Versicherungsschutz.

Doch die Gesetzeslage ist unübersichtlich. Dass das Brandschutzrecht bundesweit nicht einheitlich geregelt ist, stellt Träger von Senioreneinrichtungen vor große Herausforderungen. Bindende gesetzliche Vorgaben auf Bundesebene finden sich lediglich im Arbeitsschutzgesetz und in der Arbeitsstättenverordnung. Beide Regelwerke stellen in erster Linie auf den Schutz von Leib und Leben der Arbeitnehmer ab.

Brandschutz unter Länderhoheit 

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Normen auf Landesebene, die sich zum Teil ähneln, zum Teil aber auch erheblich voneinander abweichen. Beispielhaft seien an dieser Stelle die Regelungen des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) erläutert. 

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